Meine Erfahrungen auf dem Inka Trail – in 4 Tage durch den Anden zu Machu Picchu [Erfahrungsbericht]

Lies in diesem Artikel mehr über meine Erfahrungen auf dem Inka Trail nach Machu Picchu. Das Wegenetz der Inka zieht sich bis jetzt durch weite Teile Südamerikas. In Peru sind noch besonders viele der alten Inka-Pfade vorhanden, der berühmteste Abschnitt führt von Ollantaytambo nach Machu Picchu. Genau genommen heißt der Startpunkt Kilometer 82 und beginnt die Wanderung. Denn hier steigt man aus dem Zug, der die anderen Besucher bequem zur ehemaligen Inka-Stadt bringt.

Inka Trail Infos

Morgen geht es los – Die Vorbereitungen auf den Inka Trails

Am Tag vor der Wanderung bin ich mir nicht mehr sicher, warum ich diese Strapaze eigentlich auf mich nehmen möchte. In den letzten Tagen war ich bereits in den sehr hoch gelegenen peruanischen Städten Puno und Cusco. Die Städte liegen beide auf über 3.000 Metern über Null, Puno liegt auf Titicacasee auf 3.800 Metern und Cusco in der Nähe von Machu Picchu auf 3.300 Metern. Dort war nur das Sightseeing ohne Rucksack oder gar sportliche Aktivitäten schon recht anstrengend. Und obwohl ich mich jetzt schon über eine Woche auf mehr als 3.000 Metern befinde, bin ich weiterhin nach gefühlten zehn Schritten völlig außer Atem. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen der Inka Trail in Sachen Höhenkrankheit für mich bereit hält.

Meine Wanderung auf dem Inka Trail wird vom Touranbieter G-Adventures organisiert und startet in Cusco. Einen Tag vor der Wanderung lerne ich dort die Reisegruppe kennen, mit der ich in den kommenden Tagen auf den Spuren der Inka unterwegs sein werden. Zur meiner Tour von G-Adventures geht es hier.

Die Reisegruppe

Meine Reisegruppe auf dem Inka Trail besteht aus viel mehr Personen, als ich es erwartet habe.

Als ich am Abend meine Mit-Wanderer kennen lerne, bin ich etwas beruhigter. Alle sind aufgeregt, keiner fühlt sich ausreichend vorbereitet und niemand weiß so richtig, was uns erwartet. Guide Nick gibt uns einen kurzen Überblick darüber, was uns in den nächsten Tagen erwartet. Er zeigt und das Höhenprofil des Trails und rät uns eindringlich, nicht mehr Gepäck als nötig mitzunehmen. Denn umso schwerer der Rucksack, umso schwerer die Wanderung. Er überzeugt die meisten von uns, dass ein zusätzliches Outfit als Ergänzung zur Wanderkleidung reicht und wir eher auf das Zwiebelprinzip als modische Genauigkeit setzen sollen. Er macht uns allen außerdem viel Mut und behauptet, bis jetzt hätte es noch jeder bis zum Ziel geschafft.

Meine Reisegruppe besteht aus den folgenden Personen

Guide Nick

Nick wird uns gemeinsam mit seinem Team in den nächsten 4 Tagen nach Machu Picchu führen. Er hat bereits viele Erfahrungen auf dem Inka Trail gesammelt, da er in der Region aufgewachsen ist und zur Volksgruppe der Quechua. Die Quechua sind die indigenen Bewohner der Anden, die hier bereits seit Jahrhunderten zu Hause sind und auch als Nachfahren der Inka gelten. Nick weiß sehr viel über die Geschichte der Inka, über die Natur der Andenregion und er kennt alle Tricks, um uns unerfahrene Gringos wohlbehalten bis nach Machu Picchu zu bringen.

Unsere Köche (Juan und Carlitos)

Unsere Gruppe wird von einem Koch begleitet, der Guide Nick, die Porter und uns mit wunderbaren Mahlzeiten versorgt. Juan ist bereits seit 3 Jahren als Koch auf dem Inka Trail unterwegs und hat sehr viele Erfahrungen gesammelt, wie er auch in großer Höhe und mit begrenzten Zutaten richtig tolle Gerichte kochen kann. Er wird begleitet von Carlitos, der sich gerade in der Ausbildung zum Koch auf dem Inka Trail befindet. Carlitos war zunächst Porter auf dem Inka Trail und möchte nach seiner Ausbildung zum Koch eine weitere Ausbildung zur Guide auf dem Inka Trail machen. Zum einen ist das ein sehr sicherer und gut bezahlten Job, zum anderen möchte Carlitos das Wissen über die Kultur der Inka an die Besucher weitergeben.

Die Porter

Unsere Gruppe wird insgesamt 14 Trägern, den sog. Portern begleitet. Sie tragen all das, was wir unterwegs brauchen. Zum Beispiel Zelte, Schlafsäcke, Campingstühle und Tische, eine mobile Küche, Töpfe, Lebensmittel, Sauerstoff und Notfallmedikamente. Die Porter sind sehr trotz ihrer großen Rucksäcke viel schneller als wir unterwegs und schauen manchmal etwas mitleidig, wenn wir sehr langsam die Berge hochgehen und sie an uns vorbei rennen. Mehr Infos über die Porter findest du hier.

Meine Mit-Wanderer

Insgesamt besteht unsere Wander-Gruppe aus 8 Personen. Neben mir ist Kanadierin Afton ebenfalls allein unterwegs. Wir werden uns in den kommenden Tagen ein Zelt teilen. Außerdem sind noch drei Paare mit dabei, davon zwei aus Australien und eins aus Dänemark. Mit Ausnahme von Kanadiern Afton hat niemand von uns Erfahrungen beim Wandern in so größer Höhe wie dem Inka Trail. Das finde ich sehr beruhigend.

Tag 1 – Tag der brennenden Sonne (11 km, 320 Meter bergauf)

Der erste Tag wird laut Nick ein ganz leichter Einstieg. Das passt meiner Auffassung nach nicht mit einem Start um halb sechs zusammen. Denn alles, was vor acht Uhr und dann auch noch ohne Kaffee beginnt, fällt mir nicht besonders leicht. Müde und recht schweigsam fahren wir bis zum berühmten Kilometer 82, an dem wir die Wanderung beginnen.

Bevor es losgehen kann, lernen wir unsere Porter kennen. Auf dem Inka Trail können aufgrund der vielen Treppen keine Pferde oder Esel zum Tragen der Zelte eingesetzt werden. Daher unterstützen uns überforderte Touristen Porter.

Was sind Porter auf dem Inka Trail?

  • Porter unterstützen Touristen bei Wanderungen auf dem Inka Trail oder beliefern die um den Inka Trail herumliegenden Dörfer.
  • Alle Porter sind Quechua und Nachfahren der Inka.
  • Porter ist ein angesehener Beruf und wird sehr gut bezahlt. Die meisten Männer sind hauptberuflich Bauern. Meist gehen sie den Inka Trail zwei bis dreimal im Monat mit Touristen.
  • Einmal im Jahr findet zwischen ihnen ein Wettrennen auf dem Inka Trail statt. Die bisher schnellste Zeit beträgt 3:45 Stunden für die Strecke von ca. 42km und einem Höhenunterschied von ca. 1.800 Metern.
  • Ein Porter darf max. 20kg für den Touranbieter und zusätzlich 5kg für sich selbst tragen. 
  • Das Gewicht der Rucksäcke wird streng kontrolliert, in regelmäßigen Abständen werden die Rucksäcke gewogen. Trägt ein Porter zuviel, muss die Agentur, für die er arbeitet, eine Strafe bezahlen. Bei wiederholten Verstößen wird der Agentur die Lizenz für den Inka Trail entzogen.

Nachdem alle Rucksäcke gewogen und unsere Pässe und Lizenzen kontrolliert wurden, geht es endlich los. Tatsächlich ist es nicht so anstrengend wie erwartet. Es geht nur leicht bergauf und wenn ich nicht zu schnell laufe, bekomme ich sogar gut Luft. Einzig die Sonne macht mir zu schaffen. Sie brennt regelrecht vom Himmel und sorgt für zahlreiche Trink- und Sonnencreme-Stops. Bereits nach einer Stunde haben die Dänen einen Sonnenbrand und Kanadiern Afton hat am Mittag so verbrannte Arme, dass sie ihre Jacke tragen muss. Die Aussicht lässt allerdings keine Wünsche offen.

Nach knapp drei Stunden machen wir eine Mittagspause und sind verblüfft. Wir hatten mit Ravioli aus der Dose und vielleicht einer Banane gerechnet, allerdings hat Koch Carlos ganze Arbeit geleistet.

Nach dem Mittagessen geht es noch drei weitere Stunden den Berg hinauf. Zwischendurch stoppen wir an der ein oder anderen Inka Ruine oder genießen einfach die grandiose Landschaft. Als wir am Nachmittag im Camp ankommen sind alle erleichtert: So fürchterlich anstrengend ist der Inka Trail wohl doch nicht. Nach einem leckeren Abendessen gehen wir um 20:00 ins Bett. Um länger wach zu bleiben sind wir zu müde, außerdem ist es bei knapp fünf Grad auch nicht sonderlich gemütlich. Ich lasse meine ersten Erfahrungen auf dem Inka Trail noch einmal Revue passieren, als ich neben Afton in unserem Zelt liege. Bisher ist es nicht so anstrengend, wie ich es erwartet habe. Ich hoffe, dass es so bleibt.

Tag 2 – Tag des stömenden Regens (12km, 1.200 Meter bergauf, 500 Meter bergab)

Der zweite Tag wurde uns von Guide Nick bereits als der schwerste Tag des Trails angekündigt. Auf sechs Kilometern geht es 1.200 Meter bergauf, auf insgesamt 4.200 Meter. Wieder geht es früh am Morgen los, um halb sechs klopft Nick an unsere Zelte und reicht uns eine Tasse Koka-Tee.

Was ist Koka-Tee (Coca-Tee)?

Koka-Tee wird aus den Blättern der Kokapflanze hergestellt. Diese Pflanze ist in den Andenregionen Südamerikas beheimatet, und Peru ist eines der Länder, in denen Koka-Tee traditionell konsumiert wird.

Die Kokapflanze ist nicht zu verwechseln mit dem Endprodukt, Kokain, das aus den Blättern der Pflanze extrahiert wird. Koka-Tee enthält nur geringe Mengen an Alkaloiden, einschließlich des stimulierenden Wirkstoffs Kokain, in Mengen, die in der Regel als unbedenklich gelten.

In den Andenregionen wird Koka-Tee oft als Mittel gegen die Höhenkrankheit verwendet, da er den Sauerstofftransport im Blut verbessern kann.

Während ich den Tee trinke, lausche ich dem Regen, der beunruhigend laut auf die Zeltplane trommelt. Den Weg zum Küchenzelt schaffe ich nur durch einen kurzen Sprint halbwegs trocken. Um sechs Uhr sitzen wir beim Frühstück und um kurz vor sieben geht es los. Im strömenden Regen und mit einer Sichtweite zwischen fünf und zwanzig Metern. So hatte ich mir meine Erfahrungen am dem Inka Trail nicht vorgestellt.

Das Wetter ändert sich den ganzen Tag nicht und so heißt es heute eher durchhalten als Aussicht genießen. Schweigsam erklimmen wir den höchsten Punkt der Wanderung und sind überrascht, als wir schon nach fünf Stunden den Dead Woman´s Pass erreichen. Nick hatte mindestens sechs Stunden angekündigt. Vielleicht liegt es an der fehlenden Sicht, denn Fotostops haben wir heute fast keine gemacht.

Von nun an geht es für heute fast nur noch bergab. Der Weg ist zwar recht steil und wir passieren die erste Inka-Stufen, allerdings kommen wir auch hier schnell voran. Nach weiteren eineinhalb Stunden erreichen wir das Camp. Nach einem tollen Abendessen gehen wir heute schon um halb acht ins Bett und hoffen inständig, dass es morgen nicht mehr regnet.

Tag 3 – Tag der nicht endenden Stufen (16km, 300 Meter bergauf, 1.000 Meter bergab)

Der nächste Tag fängt an wie der vorherige. Um halb sechs klopft Nick ans Zelt und reicht mir eine Tasse Koka-Tee. Der Regen trommelt auf die Zeltplane und ist heute sogar noch etwas stärker als am Tag zuvor. Besonders gut geschlafen habe ich in dieser Nacht nicht, denn meine Iso-Luftmatraze hat leider alle Luft verloren und es war sehr ungemütlich und kalt.

Nach dem Frühstück lässt der Regen glückerlicherweise etwas nach. Der heutige Tag ist der längste der gesamten Wanderung, insgesamt müssen wir 16km bewältigen. Der Weg besteht überwiegend aus Inka Stufen. Diese Stufen sind sehr steil, sehr hoch und sehr unregelmäßig.

Speziell bergab erfordert das Gehen auf diesen Stufen höchste Konzentration. Wir sind daher wieder überwiegend schweigsam unterwegs. Während des Morgens hört es tatsächlich endlich auf zu regnen. Die Sicht ist allerdings weiterhin nicht besonders gut.

Nach fünf Stunden Wanderung machen wir eine kurze Mittagspause. Carlos hat wieder wunderbar für uns gekocht und auch Koka-Tee steht natürlich bereit. Leider sind wir alle ziemlich durchgefroren und können das Mittagessen daher nur teilweise genießen. Wir möchten am liebsten sofort weitergehen, um schnellstmöglich das Camp und halbwegs trockene Anziehsachen zu erreichen.

Zum Glück regnet es am Nachmittag gar nicht mehr und wir können die Aussicht bewundern. Wir wandern in den Wolken durch den Nebelwald, ein tolles Gefühl!

Am späten Nachmittag erreichen wir Phuyupatamarca, die Stadt über den Wolken. Heute ist sie zwar eher in den Wolken, das macht aber überhaupt nichts. Sie sieht fantastisch aus. Während Nick versucht, uns etwas mehr über Phuyupatamarca zu erklären, sind wir alle wenig aufnahmefähig. Zum nimmt die Aussicht einfach sehr viel von unserer Aufmerksamkeit in Anspruch. Zum anderen haben wir gerade realisiert, dass wir nun fast in Machu Picchu sind und damit das Ende der Wanderung erreicht haben. Unser Camp liegt direkt neben den Ruinen von Phuyupatamarca und morgen früh erwarten uns nur noch 4km bis nach Machu Picchu.

Tag 4 – Ankunft in Machu Picchu (4km, 150 Meter bergauf, 300 Meter bergab)

Der heutige Tag beginnt noch früher als gewöhnlich. Bereits um 3:00 Uhr stehen wir auf und begeben uns zu einem Checkpoint. Dieser Checkpoint ist der offizielle Eingang zu Machu Picchu für die Wanderer des Inka Trails. Die Anzahl von Personen, die gleichzeitig die Inka Stadt besuchen dürfen, ist begrenzt und deshalb dürfen auch wir Wanderer nicht einfach hineinspazieren. Wir stellen uns gemeinsam mit den anderen Wanderern in die Schlange und warten zwei Stunden auf die Öffnung der Schranke.

Um halb sechs ist es dann soweit und wir starten die letzten vier Kilometer auf dem Inka Trail. Es ist noch nicht ganz hell und wieder erschweren uns die Inka Stufen den Weg. Diese wurden absichtlich ungleichmäßig und viel zu hoch angelegt, um sich nähernden Feinden den Weg so schwer wie möglich zu machen und sie zu ermüden. Bei uns funktioniert diese Taktik wunderbar. Den Inka selbst machten die Stufen nichts aus, wie man noch heute an den Portern sehen kann.

Müde schleppen wir uns die letzten Meter über den Pfad, die Sicht ist wieder ziemlich schlecht. Als wir endlich Machu Picchu erreichen, nehmen wir die Inka Stadt zuerst kaum war. Sie liegt unter einer Wolkendecke und wir können nur hier und da ein paar Mauern erkennen. Als wir näher kommen, können wir zum Glück mehr erkennen und auch die Wolken werden weniger.

Guide Nick führt uns durch Machu Picchu und zeigt uns die wichtigsten Gebäude. Im Anschluss schlendern wir allein durch die Inka Ruinen, ohne Wanderstöcke und Rucksäcke, denn die behält Nick für uns im Auge. Ein tolles Gefühl.

Weiterhin ist das Wetter nicht besonders sonnig, allerdings macht das gar nichts. Machu Picchu sieht in den Wolken genauso toll aus wie bei Sonne. Für wenige Minuten ist ganz Machu Picchu dann aber doch noch ohne Wolken zu sehen. Mitbekommen haben das allerdings nur die Australier, da alle anderen in dem Moment an der Toilette anstanden.

Fazit – Meine Erfahrungen auf dem Inka Trail

Obwohl ich nicht unbedingt zur optimalen Reisezeit unterwegs war, würde ich diese Jahreszeit bei einer zweiten Wanderung wieder wählen. Denn es hat zwar viel geregnet, aber die Anden sehen in den Wolken sicherlich genauso beeindruckend aus wie bei Sonne… und vielleicht sogar noch etwas mehr. Für mein Empfinden war der Track schon relativ voll, obwohl in der Nebensaison im April viel weniger Menschen unterwegs sind als in der Hochsaison von Mai bis September. Und außerdem glaube ich, dass es bei kühleren Temperaturen angenehmer ist, Zeit mit seit 5 Tagen nicht geduschten und verschwitzen Menschen zu verbringen.

Den Anbieter G-Adventure kann ich ohne Einschränkung weiter empfehlen. Bereits mit Buchung der Tour habe ich umfangreiches Informationsmaterial bekommen. Kurz vor der Tour wurde ich per E-Mail dann über die Details informiert. Unser Guide Nick und das gesamte Team war sehr professionell und dabei immer freundlich, lustig und entspannt. Diese Reisegruppe war mit einer Größe von 8 Personen auch genau richtig. Im


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